Interview mit Claudia: Leidenschaft und Backen!

Was ist deine Leidenschaft? Ich denke jeder von uns wurde das schon einmal gefragt oder hat sich selber darüber mal Gedanken gemacht. Meine Leidenschaft ist eindeutig das kreative Werkeln in der Küche! Diese Leidenschaft, gerade zum backen hat aber noch jemand und das ist die liebe Claudia (Instagram: @myclaud.kitchenstories)! In diesem Beitrag soll es um diese wunderbare Person gehen, wie sie zum backen gekommen ist und warum sie diese Leidenschaft teilt. Wer sich für das Thema backen oder eine Lebensfrohe und liebenswerte Persönlichkeit interessiert, sollte jetzt auf jeden Fall dran bleiben!

Kurz-Portrait

Claudia ist 50 Jahre alt und berichtet auf ihrem Instagram-Kanal über alles, was das Backherz begehrt! Seit 13 Jahren ist bei ihr Multiple Sklerose bekannt, was sie auch auf ihrem Profil zum Thema macht, um anderen bei diesem doch persönlichen Thema, Mut zu machen. Bei ihr kann man Rezepte für Süße-Küchlein, aber auch für deftiges Brot finden. Sie und ihr Mann (Mr. Right) leben in Österreich und haben zusammen drei Söhne, die aber mittlerweile das Nest verlassen haben. Beruflich ist Claudia in einem Familienunternehmen angestellt und arbeitet dort im Managmentbereich, aber am liebsten würde sie ihre Leidenschaft irgendwann zum Beruf machen!

Da sie diese Leidenschaft weitergeben möchte, hat sie am 22. März 2020 ein Sauerteig-Bootcamp gestartet, um hier zu erklären wie man ein Anstellgut, für diesen doch nicht einfachen Teig, macht. Ich habe auch teilgenommen und so in den letzten Tagen mein neues Familienmitglied groß gezogen. Wie das so gelaufen ist, berichte ich in einem anderen Beitrag, hier soll es jetzt erstmal um die Sauerteighebamme gehen. Dafür durfte ich mit ihr ein kleines Interview führen und sie so einmal ganz persönlich kennenlernen!

Interview mit Claudia Alias die Sauerteighebamme:

Erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für diesen Interview nimmst!

Hallo Lissy! Ich sag erstmal vielen, vielen Dank, dass du mich in deinem Blog erwähnen willst! Ich geb‘ den Dank gerne zurück und freu mich schon drauf bei dir, von mir und dem Bootcamp zu lesen!

Wer du bist und was du so machst, haben wir ja schon im Kurz-Portrait erfahren, aber wie bist du eigentlich auf’s Backen gekommen?

Man kann sich ja vorstellen, dass wenn man drei Söhne also vier Männer im Haus hat, viele Feiern und Geburtstage anstehen und so kommt man ums Backen nicht drumrum. Obwohl das Backen immer mein Hinkebein war, ich hab viel lieber gekocht. Ich hatte das Gefühl backen liegt mir nicht und ja, ich war da auch nicht Kreativ und hab mir einfach auch nichts zu getraut. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich, nach einen schwereren Schub der Multiple Sklerose, einfach kreativer zu backen begonnen. Ich hab mich einfach mehr getraut und meine Genesungszeit vielen Backgütern gewidmet. Nachdem ich auch leidenschaftlich gerne fotografiere und das Backen gerne weitergeben möchte, habe ich mir dann einen Instagram-Account erstellt. Dort habe ich dann wahnsinnig tolle Menschen kennengelernt, die mir auch das Brotbacken näher gebracht haben. Ich hab mich dann viel eingelesen und mit Leuten ausgetauscht, sodass mich relativ schnell die Brotbackleidenschaft gepackt hat. Da wir die Hefebrote nicht so gut vertragen, habe ich dann 2019 angefangen mich mit Sauerteigen zu beschäftigen und habe dadrin meine Liebe gefungen. Es gibt für mich nichts schöneres, als mit den Händen und bloß mit Mehl und Wasser etwas zu schaffen, was dann fertig gebacken vor einem steht. Man weiß, man hat es selber gemacht und freut sich einfach ungemein darüber. Gerade das fasziniert mich so am backen, was man mit Liebe, Geduld und Zeit alles erschaffen kann.

Warum hast du dich entschieden das Sauerteig-Bootcamp zu machen und dann auch noch kostenlos?

Da ich Überstunden abbauen musste und ein Back-/Workoholic bin, habe ich mir gedacht ich kümmere mich um andere. Ich habe schon öfter Anfragen bekommen, wie man einen Sauerteig macht. Damit ich nicht jedem einzeln schreiben muss, habe ich mir gedacht, ich kann es ja für alle, die Interesse haben, anbieten. Meine Familie hat mich auch sehr unterstützt und ermutigt dieses Projekt zu wagen. Womit ich aber nicht gerechnet habe ist, dass es wirklich so viele interessiert (20-30 Leute)! So habe ich dann alle Interessierten angeschrieben, ich wollte es nicht öffentlich in die Story stellen, um nur die Leute zu erreichen, die auch wirklich meine Leidenschaft teilen. Es macht mir so viel Freude und es gibt allen, die mitmachen etwas, ob Abwechslung oder Ablenkung, man kann einfach etwas erschaffen und sich um etwas kümmern. Jeder hat so ein kleines, neues Familienmitglied und das freut mich einfach so sehr! Meine Motivation war also anderen etwas Gutes zu tun. Kostenlos, ja puh, was soll man da verlangen… aber das Geldverdienen war auch nicht meine Motivation!

Hast du schonmal darüber nachgedacht, deine Leidenschaft zum Beruf zu machen?

Ohja! Seid ich so viel positives Feedback bekomme, gerade auf Instagram, für meine Ehrlichkeit, wenn auch mal was schief geht oder meine Offenheit, die Krankheit betreffend, würde ich es schon gerne machen. Ich hab aber ,wenn ich ehrlich bin, noch keinen passenden Weg gefunden. Ich verdiene in meinem jetztigen Job relativ gut merke aber, dass er mir nicht mehr so viel Spaß macht, nicht so viel wie mir das Backen Spaß macht! Auch meine Erkrankung schreitet fort, heißt dass ich jetzt nicht mehr Jahre lang Vollzeit in diesem Beruf arbeiten kann. Ich bin schon sehr am überlegen in welche Richtung ich mit dem Backen, Kreativ sein und Schreiben beruflich gehen könnte. Gerade auch jetzt mit dem Sauerteig-Bootcamp. Die Frage wäre, ob es nicht eine Onlineplattform gäbe, wo man dann gegen Bezahlung so ein Bootcamp buchen könnte. Ich würde auch gerne ein Buch schreiben, aber mir fehlt die Zeit und ich bin jetzt auch 50 Jahre alt und muss mir so recht gut überlegen, wie ich mich beruflich verändere.

Meinst du jeder kann backen? Viele meinen ja sie hätten dazu kein Talent

Ich dachte auch immer ich hätte kein Talent. Ich denke aber, dass jeder alles kann, was er möchte und wo er Herz, Interesse und Leidenschaft mitbringt. Man darf nicht zu viel oder zu wenig Ehrgeiz haben. Man soll sich auch mal an was Neues wagen und soviel vom Leben mitbekommen, wie es geht. Ich bin also fester Überzeugung, dass jeder backen kann, wenn er es möchte. Ich bin aber auch der Meinung, die Dinge kommen nicht auf einen zu, man muss auf die Dinge zu gehen. Heißt, man muss sich viel reinlesen, sich Ratschläge holen und diese auch annehmen. Man sollte offen sein, sich ehrlich interessieren und vieles hinterfragen. So kann man seinen Weg finden und mit dem nötigen Willen alles schaffen!

Was würdest du Backanfängern oder auch Fortgeschrittenen raten?

Leidenschaft! Du musst die Dinge mit Leidenschaft machen, dann hast du die nötige Energie und den nötigen Drive, dass es auch gelingt. Bring auch Liebe und Geduld mit und sei sanft zu dir selbst und sei nicht streng mit dir, auch wenn mal was nicht so gelingt. Nimm einen Fail einfach an. Es muss nicht immer alles perfekt aussehen, oft schmeckt das hässligste Brot auch am besten! Die Gesellschaft gibt uns vor, dass immer alles perfekt gelingen soll, aber nehmen wir mal den Kürbis, der ist doch eigentlich ganz hässlich mit all den Pickeln und Rundungen, aber er ist so ein tolles Gemüse! Also nicht alles aufs Äußere reduzieren, die Inneren Werte zählen. Dulde und akzeptiere also auch deine Fehler und vorallem lerne aus deinen Fehlern und sei Offen, dann wird alles gelingen. Nimm nicht ein Rezept hin, sondern hinterfrage, ob das auch alles so stimmen kann und warum etwas so ist! Für Fortgeschrittene ist es glaub ich wichtig weiterhin Offen für alles zu bleiben, gerade auch nicht verbissen auf seinem Weg zu sein. Das ist nicht so symphatisch und dann lernt man nicht mehr so viel!

Danke Claudia, für diese ehrlichen und schönen Worte, hat mich sehr gefreut!

Mich hat es auch gefreut! Vertrau dir einfach, dass du was Tolles daraus machst. Freue mich über die Zusammenarbeit mit dir! Danke!

2 Kommentare zu „Interview mit Claudia: Leidenschaft und Backen!

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