Zeit der Veränderung! Es wird sich vieles Ändern…

Ich weiß noch nicht wie und was ich in diesem Artikel schreiben werde… Lange wollte ich gar nichts dazu schreiben, wusste nicht wie und ob es richtig ist. Jetzt aber fühlt es sich richtig an. Ich hoffe, dass die Worte einfach so kommen, denn ich habe mir nichts überlegt. Nicht, was ich genau schreiben will und wie ich das Ganze am besten erklären kann. Deswegen fange ich jetzt einfach an und schaue mal wohin die Worte führen:

Vor fast genau zwei Jahren bin ich hier nach Minden gezogen einerseits, da mein Freund hier wohnte und mir die zwei Jahre Fernbeziehung mehr als gereicht haben und weil ich hier meine Ausbildung als Fachinformatikerin angefangen habe. Zwei Wochen nach meinem 17ten Geburtstag ging das Abenteuer Ausziehen, Berufsleben und Selbstständig sein, los. Nicht langsam, nein vom einen auf den anderen Tag. Es war sehr schön, manchmal traurig, schwierig aber auch unglaublich spannend! Mein Leben hat sich mehr, als um 180° gedreht. Es hat sich wie ein komplett neues Leben angefühlt. Die Tage und Wochen vergingen viel viel schneller als gedacht. Ich lebte mich in meiner eigenen Wohnung ein und war nach der Arbeit nicht mehr ganz so K.O, sodass ich auch wieder privat mehr machen konnte außer eben Haushalt, Arbeiten und Schlafen.

Leider blieb das nicht so. Ich mag zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht alles über diese Zeit erzählen, aber einen Teil kann ich doch schreiben, da ich diesen Teil schon so oft der Polizei erzählen musste, dass es mich sehr abgestumpft hat. Ich verbinde damit wenig Gefühle, da ich es aus Selbstschutzt wie eine Geschichte und nicht wie wirklich Erlebtes, erzähle:

Nach ein paar Wochen in der Wohnung fing es an, dass es mit meinen Nachbarn Probleme gab. Meine Nachbarin wurde mishandelt und vergewaltigt und da ich die direkte Nachbarin war, habe ich das alles mit bekommen, teils gehört, teils gesehen. Da es meistens in der Nacht war, fing es an, dass ich nachts nicht mehr schlafen konnte. Das zog sich in den Arbeitstag und so war ich öfter Krank, da Schlafmangel nicht lange gut geht. Je mehr ich zu Hause ware, desto mehr habe ich mit bekommen. Das wurde zu einem Abwärtsstrudel. Ich musste mindestens zweimal in der Woche die Polizei rufen und lebte zunehmend in Angst. Die Frau hat nie gegenüber der Polizei zu gegeben, dass ihr Freund ihr was antut, da sie nicht wollte, dass er ins Gefängnis kommt und sie wieder allein ist. Mich hatte sie als Vertrauensperson auserkoren und so sah ich die Verletzungen und hörte von ihr von den Sachen, die er ihr antat. Der schlimmste Punkt wurde rund um Weihnachten/Silvester erreicht (2018). Der Mann der das Ganze getan hat, hat schließlich mitbekommen, dass ich die Polizei gerufen habe. Als er das erfahren hat, war er betrunken und voller Drogen. Er wollte mich angreifen und kam mir sehr nah. Die Polizei kam rechzeitig und konnte eingreifen, aber ab diesem Zeitpunkt war ich dort nicht mehr sicher. Ich bin dann zu meinem Freund und wir haben und zusammen eine Wohnung gesucht und so sind wir sehr schnell zusammen gezogen, damit ich auch so schnell es ging dort weg konnte. Danach war alles wieder gut, ich hatte zwar immer noch die Schlafprobleme, aber ich habe wieder normal gearbeitet.

Die Polizei kam immer wieder auf mich zu und ich sollte immer wieder Zeugenaussagen machen. Auch habe ich denen erzählt, was mir gedroht wurde und was ich erleben musste, nur hat das niemanden wirklich interessiert. So wurde der Mann nicht belangt und hat keine Strafe bekommen.

Mir ging es trotzdem Augen scheinlich besser und so machte ich normal weiter. Das änderte sich aber, als mir auf einmal auf der Arbeit (in der Kantine) eine Hand auf die Schulter gelegt wurde. Als ich mich umdrehte stand der Mann dort, der die Frau misshandelt und mir gedroht hatte. Er erzählte mir, dass er jetzt hier arbeitet und drohte mir zwischen den Zeilen (so habe ich es wahr genommen). In dem Augenblick stand ich starr da, ich war vor Angst so gelehmt, dass ich weder gehen noch was sagen konnte. An diesem Nachmittag bin ich komplett zusammen gebrochen. Ich hatte eine Panikattacke und kam nicht mehr klar. Wenige Wochen später wurde ich von meinem Arzt krank geschrieben, da ich nur noch mit Angst zur Arbeit gegangen bin und nichts mehr auf die Reihe bekommen habe.

Ja und jetzt sitze ich hier, bin seit dem Krankgeschrieben und mir wurde im Herbst letzten Jahren die Diagnose, Posttraumatisches Belastungssymdrom mit schweren Depressionen und schweren Angstzuständen, diagnostiziert.

Mittlerweile geht es mir, nach einem dreiviertel Jahr Krankschreibung und Therapie, besser und so war die Frage, wie es weitergehen soll. Damit kommen wir zu der großen Veränderung: Ich habe mich dazu entschieden meine Ausbildung zu kündigen, da ich einfach nicht wieder zurück gehen kann. Ich fange deswegen ab 1.8.20 eine neue Ausbildung an, damit es mir wieder besser geht und ich wieder arbeiten gehen kann ohne im Hinterkopf zu haben, dass mir wegen dem Mann etwas passieren könnte. Ich kann nur hoffen, dass mich die Arbeit ablenkt und sich mein Leben weiter normalisiert.

Ich habe lange überlegt, ob das nicht eine Art Aufgeben wäre und ja das ist es, aber anders geht es nicht! Diese Ausbildung passt besser zu mir, da sie meine große Leidenschaft anspricht und sie ist so ganz anders als die jetzige. So kann ich komplett neu beginnen.

Ich fange also ab August eine Ausbildung als Konditorin an! Gerade euch brauche ich nicht erklären, wie sehr ich backen, kochen und Lebensmittelverarbeitung liebe!

Ja mit dieser Entscheidung wird sich vieles Ändern. Auch wenn es in meiner Ausbildung auch über die Themen geht, wie auch hier in diesem Blog, wird sich auch hier etwas ändern. Im Moment gibt es fast jeden Tag einen Beitrag und dieses Pensum werde ich wahrscheinlich nicht weiter durch ziehen können. Dafür werde ich aber mehr von meiner Ausbildung berichten, da sie eben themlich zu diesem Blog passt. Also werden sich die Inhalte und deren Häufigkeit ändern. Was das Backen angeht, kann ich da durch aber fachlich besseren Content liefern und euch den ein oder anderen „Profi“-Tipp geben.

Ja viel mehr kann ich dazu auch nicht schreiben, denn Vieles muss und wird sich dann erstmal finden müssen. Ich bin selber gespannt, wie es mir dann psychisch und körperlich gehen wird. Aber ich möchte über alles offen mit euch reden, in der Hoffnung, dass ich nur einer Person helfen kann oder andere Anregungen aus den Artikeln mitnehmen können.

Also bitte gebt nicht auf, wenn ihr gerade an einem schweren Punkt seid! Glaubt mir, ich weiß wie schlecht es einem gehen kann und vor welchen Abgründen man manchmal steht. Aber auch wenn es ein langer Weg ist davon weg zu kommen, man kann ihn gehen. Ich hätte das alles nicht ohne professionelle Hilfe geschafft, also holt euch Hilfe, wenn ihr sie braucht, es ist keine Schande! Ich glaube an dich! Also geh deinen Weg!

Ansonsten wünsche ich dir von Herzen eine schöne kommende Woche! Dass du viel Spaß und Freude hast und viele wundervolle Sachen erleben kannst! Fühle dich ganz dolle gedrückt!

Deine Lissy

2 Kommentare zu „Zeit der Veränderung! Es wird sich vieles Ändern…

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